Tipps und Ratschläge

Zehn Regeln für sicheres Bergwandern

Berge ziehen den Menschen seit jeher an. Sie zu bezwingen und in ihnen umherzuwandern, ist genau die Freiheit, die wir Outdoor-Enthusiasten so lieben. Für Anfänger und erfahrene Wanderer (eine kleine Erinnerung schadet nie) haben wir daher einige grundlegende Sicherheitstipps für Bergtouren zusammengestellt. Die Berge an sich sind nicht gefährlich. Gefährlich in den Bergen ist der unverantwortliche, rücksichtslose oder untrainierte Mensch. Auch wenn manche Berge keine enormen Höhen erreichen, sollte man sie niemals unterschätzen, egal wo sie liegen. Bergwandern hat seine eigenen Regeln, die wir einhalten sollten, damit wir von jeder Tour glücklich zurückkehren.

Worauf sollten Sie sich vorbereiten und wie sollten Sie sich in den Bergen verhalten, um unnötige Probleme zu vermeiden? Lesen Sie die zehn Regeln für sicheres Bergwandern.

1. Tourenplanung

Planen Sie die Route Ihrer Tour sorgfältig. Die richtige Vorbereitung beginnt zu Hause. Informieren Sie sich über alle verfügbaren Details des Ortes, den Sie besuchen möchten. Passen Sie die Schwierigkeit des Geländes und die Streckenlänge immer an die am wenigsten trainierte Person in der Gruppe an.

Nehmen Sie Kinder mit? Vergessen Sie nicht, dass ein Kind, auch wenn es nicht die gleiche Ausdauer hat wie Sie, Ihnen nacheifern möchte und daher oft keine Müdigkeit zeigt. Machen Sie deshalb mindestens jede Stunde eine Pause. Dasselbe gilt, wenn Sie einen Hund mit auf die Tour nehmen. Nehmen Sie Kinder unter zwei Jahren nicht mit in die Seilbahn, da sie auf die plötzliche Druckveränderung empfindlicher reagieren können.

2. Die richtige Ausrüstung ist alles

Bereiten Sie Ihre Ausrüstung gut vor und überprüfen Sie deren Einstellungen. Wählen Sie die Ausrüstung entsprechend der Schwierigkeit des Geländes und der Jahreszeit. Verlassen Sie sich immer auf das, was Sie bereits ausprobiert haben. Gehen Sie keine Risiken mit neuen, ungetesteten Dingen ein (das gilt besonders für Schuhe). Vergessen Sie nicht, dass die Temperatur mit der Höhe sinkt, und zwar um 0,6–1 °C pro 100 m.

Tragen Sie feste, knöchelhohe Schuhe mit rutschfester Sohle, haben Sie einen Wanderrucksack mit Erste-Hilfe-Set, Sonnenschutz, warme Outdoor-Bekleidung, die vor Wind schützt, ausreichend Flüssigkeit, Proviant für den Weg und ein voll aufgeladenes Mobiltelefon dabei (auch eine Powerbank ist nützlich).

Schleppen Sie jedoch keine unnötigen Dinge mit sich herum. Der Rucksack sollte einen Hüftgurt haben und sein Gewicht sollte 20 % Ihres Körpergewichts nicht überschreiten. Essen Sie während der Wanderung Lebensmittel, die reich an komplexen Kohlenhydraten sind, und trinken Sie häufig.

3. Wie wird das Wetter?

Widmen Sie dem Wetter maximale Aufmerksamkeit. Verfolgen Sie dessen Entwicklung, die Vorhersage sowie die Gewitter-, Schnee- und Lawinensituation. Beachten Sie die Warnungen der Bergrettung vor Gefahren und Wetterumschwüngen. Das Wetter in den Bergen ist sehr wechselhaft. Beurteilen Sie immer, ob die Wetterbedingungen und das Gelände Ihren Vorstellungen sowie den Fähigkeiten aller Gruppenmitglieder entsprechen.

4. Weiß man, wo Sie sind?

Geben Sie Verwandten, Freunden oder dem Hüttenwirt immer Bescheid, wohin Sie gehen und wann Sie planen zurückzukehren. Wenn Sie den Plan in irgendeiner Weise ändern, teilen Sie dies mit. So vermeiden Sie unnötige Suchaktionen. Sie können sich auch die App der Bergrettung auf Ihr Mobiltelefon herunterladen.

Beginnen Sie die Tour früh am Morgen, je früher, desto besser. Passen Sie das Tempo an das schwächste Glied der Gruppe an.

5. Auch wenn es weiter ist…

Bewegen Sie sich nicht abseits markierter Wege. In unwegsamem Gelände droht Orientierungsverlust, ein Sturz oder Verletzungen durch Steinschlag. Vermeiden Sie Abkürzungen. Wenn Sie sich abseits des Weges wiederfinden, kehren Sie zum letzten bekannten Ort zurück. Halten Sie sich an den Grundsatz: Im Zweifelsfall umkehren.

6. Wissen Sie, wo Sie sind?

Lernen Sie, eine Karte im Maßstab 1 : 50 000 oder 1 : 25 000, einen Kompass und einen Höhenmesser richtig zu benutzen. Ein hervorragender Helfer bei der Orientierung ist die Satellitennavigation (GPS). Dort, wo es Empfang gibt, ist das Mobiltelefon eines der wichtigsten Rettungsmittel. Vergessen Sie nicht, es mitzunehmen, und laden Sie es vor dem Aufbruch vollständig auf (sicherheitshalber auch die Powerbank).

7. Zu dritt geht es besser

Gehen Sie niemals ohne Begleitung auf eine Tour. Ideal sind Dreiergruppen. Bei einem Unfall können zwei Personen helfen, oder eine bleibt beim Verletzten und die andere holt Hilfe.

8. Ein Unfall ist kein Zufall

Führen Sie ein Erste-Hilfe-Set mit sich. Wenn es nötig ist, ist es gut zu wissen, wie man Erste Hilfe leistet. Bewahren Sie bei einem Unfall größtmögliche Ruhe. Hilfe für den Verletzten rufen Sie mit dem Mobiltelefon, durch Licht- oder andere Signale. Rufen Sie Hilfe und lassen Sie den Verletzten nicht allein.

9. Rücksichtnahme

Lernen Sie, die Arten von Warnschildern und deren Bedeutung zu erkennen. Schützen Sie immer sich selbst und die Natur. Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit. Überschätzen Sie weder Ihre eigenen Fähigkeiten und Kräfte noch die Ihrer Tourenpartner in der Gruppe. Beschädigen oder versetzen Sie keine Orientierungstafeln und Stangenmarkierungen, manchmal hängen Menschenleben davon ab. Unterschätzen Sie niemals die Macht der Berge, ganz gleich, um welche es sich handelt.

10. Versicherung

Sicher ist sicher. Für alle Reisen in die Berge empfehlen wir eine hochwertige Reiseversicherung, auch wenn Sie vielleicht nur für ein Wochenende verreisen. Und falls Sie keine Unfallversicherung haben, lohnt sich definitiv zumindest eine eintägige Reiseversicherung. Eine Reiseversicherung kostet nur ein paar Euro und Sie haben Ihre Ruhe. Jegliche Behandlung im Ausland, wie etwa ein Einsatz der Bergrettung, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Operation, kann sehr teuer werden. Das wollen Sie sicher nicht.

Internationale Notsignale

Ein Hilferuf in den Bergen wird durch ein akustisches (mit einer Trillerpfeife) oder optisches (mit einer Stirnlampe) Signal sechsmal pro Minute gegeben, danach folgt eine Minute Pause. Antwort der Retter: drei Signale pro Minute.

Wenn Sie in Sichtkontakt mit einem Hubschrauber stehen, werden der Besatzung Zeichen mit den Händen und grundsätzlich mit dem Rücken zum Wind gegeben.

  • Wir brauchen Hilfe: Heben Sie beide Arme in Form des Buchstabens Y (Yes) oder verwenden Sie ein grünes Licht.
  • Wir brauchen keine Hilfe: Heben Sie einen Arm schräg nach oben und lassen Sie den anderen schräg nach unten, in Form des Buchstabens N (No), oder verwenden Sie ein rotes Licht.

Dem Piloten können Sie die Windrichtung mit einem Stück Bekleidung anzeigen. Nähern Sie sich dem Hubschrauber grundsätzlich nur von vorn, erst wenn die Rotoren stillstehen, oder auf Anweisung der Besatzung. Die Landefläche sollte einen Radius von etwa 15 m haben.

Wichtige Nummern

  • Bergrettung in Tschechien: +420 1210
  • Rettungsdienst in Tschechien: 155
  • Europaweiter Notruf (auch in Deutschland): 112

Jeder Moment auf den Bergkämmen verleiht Ihnen ein Gefühl von völliger Harmonie und Ruhe. Die Berge sind der Sonne eben doch näher, und der Energieschub, der Sie förmlich in die Umlaufbahn katapultieren kann, ist einfach perfekt. Und vor allem kostenlos. Also packen Sie Ihre Sachen und gehen Sie nach draußen.

Denken Sie aber daran, dass Unfälle und Unglücke nicht immer nur den anderen passieren. Tun Sie daher alles dafür, um die Risiken, die Ihnen in den Bergen drohen, so gering wie möglich zu halten.

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